Deutschland summt – Wir tun was für Bienen

1. Februar 2019 by in Nachhaltigkeit

„Summ summ, summ, Bienchen summ herum“. Diese Zeile aus einem Kinderlied kennst du sicher aus deiner eigenen Kindheit. Oder die berühmteste aller Bienen: Biene Maja und ihr Freund Willi. Ich bin mit dem Bild aufgewachsen, dass Bienen kleine freundliche Wesen sind, die uns unseren Honig machen und manchmal pieksen können. Viel mehr wusste ich nicht.

Dass Bienen nicht nur Honiglieferanten, sondern unglaublich wichtig für unser Ökosystem sind, weiß ich mittlerweile. Doch seitdem hat sich eine Menge verändert. In den letzten 30 Jahren ist 70% der Biomasse von Fluginsekten in Biotopen zurückgegangen, darunter auch die Biene (Quelle: Umweltinstitut). Ähnliche Situationen gibt es auch in anderen Teilen der Welt. Neben dem Klimawandel ist das Artensterben das größte Problem unserer Zeit. Ohne Insekten ist unsere Ernährungssicherheit gefährdet. Sie bestäuben Pflanzen, sodass diese Früchte tragen können, die wir ernten und essen. Außerdem verwerten sie tote Pflanzen & Tiere und werden selbst gefressen. Was im Umkehrschluss bedeutet: Wenn es keine Insekten mehr gibt, verschwinden auch die Vögel, die sich von Insekten ernähren. Man kann die Zusammenhänge bis ins kleinste Detail schildern. Aber ich glaube, das Prinzip ist klar. Wir brauchen ein gesundes Ökosystem, damit alles im Gleichgewicht ist. Doch was sind die Gründe für den Rückgang unserer Artenvielfalt?

1. Einsatz von Insektiziden

Insektizide werden eingesetzt, um Schädlinge zu bekämpfen. Allerdings werden dabei nicht nur die Schädlinge getötet, sondern auch Insekten. Insektizide werden sowohl in der Landwirtschaft, als auch privat z.B. für die Gartenarbeit angewendet.

2. Monotone Agrarlandschaften

Bei konventioneller Landwirtschaft blüht nichts. Es dient lediglich dem Ertrag. Insekten finden durch die intensive Landwirtschaft keine Nahrung, keinen Unterschlupf, keine Nistplätze.

3. Flächenfraß

Pro Tag werden europaweit 320 Hektar natürliche oder landwirtschaftlich genutzter Fläche zubetoniert (Quelle: Umweltinstitut) – für Siedlungs-, Industrie-, und Verkehrsflächen. Der Lebensraum der Insekten verkleinert sich immer mehr.

4. Zerschneidung von Lebensräumen

Artenvielfalt funktioniert als Netz und nicht punktuell. Durchschneidet eine Autobahn einen Lebensraum so ist das für die betroffenen Lebewesen schwer. Durch so einen Einschnitt werden beispielsweise Populationen getrennt, der Genpool verkleinert sich.

5. Klimawandel

Durch die Erwärmung des Klimas verändert sich unsere Umwelt und somit der Lebensraum für Insekten. Pflanzen blühen früher, die Winter werden milder, es gibt längere Trockenphasen – all das bringt den Rhythmus der Insekten durcheinander. Sie werden gestresst und geschwächt, was zu einem Rückgang der Population führt.

6. Lichtverschmutzung

Straßenlaternen, Reklame, Schaufensterbeleuchtung – nur noch in wenigen Teilen der Welt ist die Nacht wirklich dunkel. Durch das Licht in der Nacht werden besonders nachtaktive Insekten gestört. Dadurch wird ihre Orientierung beeinträchtig, ihr Energieverbrauch gesteigert und ihr Fortpflanzungserfolg gesenkt. Im Licht werden sie leichtes Opfer von Fressfeinden oder sie sterben an Erschöpfung. Für Insekten ist unsere „Nacht“ ein Problem.

 

Doch es hilft nicht, die Zukunft schwarz zu malen. Das einzige, was wirklich hilft ist: MACHEN. Und wir können etwas machen. Zum Beispiel:

Die Politik: Pestizide verbieten (einige Mittel stehen im Verdacht Bienensterben zu fördern), Ökolandbau fördern

Die Landwirtschaft: beim Mähen auf Bienen achten – nicht in der Bienenflugzeit mähen; dabei können bis zu 10.000 Tiere verenden, mit Imkern austauschen und Tipps holen zum Schutz der Tiere, eigene Arbeit bienenfreundlich gestalten z.B. auf Pestizide verzichten

Städte & Gemeinden: auf öffentlichen Grünflächen seltener Mähen, Blüh- & Wildpflanzen anpflanzen – keine Zierpflanzen, Städteplanung umweltfreundlich gestalten, insektenfreundliches Bürgerengagement fördern

Du & ich: keine Pestizide z.B. in der Gartenarbeit verwenden, Blüh- und Wildpflanzen auf dem Balkon, der Terrasse, im Garten anpflanzen, Nistplätze für Insekten und Bienen ermöglichen, Parteien wählen, die sich für Artenerhalt und Umweltschutz einsetzen, mit Leuten über das Thema sprechen – aufklären z.B. indem man gemeinsam einen Film zu diesem Thema anschaut (siehe Tipp am Ende des Artikels), auf Bioprodukte setzen (noch besser wenn sie saisonal sind und aus der Region stammen)

 

Wir als Der Grüne Kurs möchten auch etwas tun. Wir spenden für jede/n Teilnehmer/in, der/die einen unserer Kurse besucht, 1 Euro an die Initiative Deutschland summt.

Die im Oktober 2010 gegründete Initiative Deutschland summt setzt sich dafür ein, die allgemeine Aufmerksamkeit und Wertschätzung wieder auf die für uns so wichtigen Bienen zu lenken. Mit vielen Aktionen wie Pflanzwettbewerben helfen sie unsere Verantwortung für funktionierende Ökosysteme, die nur mit Bienen existieren können, nachdrücklich einzufordern und den Rückgang der Bienenpopulationen zu beenden. Es geht darum konkrete Maßnahmen anzustoßen, die dem Schutz der Bienen und dem Erhalt unserer Artenvielfalt dienen. Außerdem ist die Initiative in der Umweltbildung aktiv. Mit dem Bienenkoffer, der bereits an 100 Einrichtungen im deutschen Raum verteilt wurde, lernen Kinder sowie Pädagoginnen und Pädagogen die faszinierende Welt der Wild- und Honigbienen kennen. Weitere Umweltprojekte wie die Bienenralley, der Bienenlehrpfad Piding oder das Bienenmuseum Illertissen helfen die Welt der Bienen erlebbar zu machen. Das finden wir toll und unterstützen deswegen Deutschland summt.

Wieso wir spenden?

Uns liegt die Natur sehr am Herzen. Aus dem Wunsch sie zu schützen und zu unterstützen ist Der Grüne Kurs entstanden. Aber: Alles worauf wir unsere Kurse aufbauen und überhaupt, alles um uns herum, ist abhängig von vielen kleinen, summenden Geschöpfen. Darum möchten wir die Initiative unterstützen. Damit sie weiter Aufklärungsarbeit leisten kann, sodass jeder versteht, wie wichtig Bienen für unsere Welt sind und sich so im großen Ganzen wirklich etwas verändert. Denn ohne Bienen würden die guten, die großen, die wichtigen Ideen schon am Küchentisch scheitern, weil die Ressourcen fehlen. Und manchmal sind die Ressourcen schon so etwas Banales wie das morgendliche Müsli.

Wir wollen mit unseren Kursen nicht nur zeigen, wie du sämtliche für Haut und Umwelt schädlichen Produkte vermeidest, sondern mit dir gemeinsam auch mithelfen, die Welt Schritt für Schritt für ALLE lebenswert zu erhalten. Vom kleinsten Insekt zum größten Säugetier.

Lassen wir die Bienen also nicht nur im Kinderlied über Stock und Stein summen, sondern auch weiterhin hier bei uns und überall. 

Allgemeine Tipps:

In vielen Biomärkten werden mittlerweile bienenfreundliche Saatgutmischungen verkauft. Allerdings sind in diesen Mischungen auch nicht einheimische Pflanzen enthalten mit denen nur die Honigbiene etwas anfangen kann, aber nicht die Wildbiene. Wildbienen sind auf bestimmte einheimische Pflanzen spezialisiert. Darum lieber auf einheimische Wildpflanzen setzen. Eine Liste mit bienenfreundlichen Pflanzen von hier für Balkon und Terrasse findest du hier https://bit.ly/2RZblj1.

Die meisten Insekten- oder Bienenhotels, die man im Handel kaufen kann, sind falsch konzipiert und für die Tiere nutzlos. Hier ein toller Beitrag vom Bayerischen Fernsehen https://bit.ly/2S3S8Na

Lieber selber bauen. Eine Anleitung vom Landesbund für Vogelschutz Bayern e.V. https://bit.ly/2TN4dbd

Filmtipps:

More than Honey von Markus Imhoof http://www.morethanhoney.ch

Das Geheimnis des Bienensterbens von Arte https://www.youtube.com/watch?v=fQFHTwWE8jY

Linktipps:

Das Artensterben der Wildbiene und Fehlinformationen darüber. Was können wir tun https://bit.ly/2STE8tw

Informationen und Hilfestellungen rund um bienenfreundliches Gärtnern https://bit.ly/2TNXQnI